Lernzeit statt Hausaufgaben

Das Konzept der Lernzeit

Begründung für die Einführung der Lernzeit:

  • Ein großer Teil der Schülerinnen und Schüler wird im Ganztag betreut.
  • Für die Ganztagskinder sind die bisherigen Hausaufgaben also keine Hausaufgaben.
  • Bei der Erledigung der Hausaufgaben steht notwendiges zusätzliches Hilfsmaterial nicht oder nicht ausreichend zur Verfügung.
  • Die Erledigung der Hausaufgaben in der Mittagszeit führt zunehmend zu Stress bei den Kindern. Besonders wenn Aufgaben trotz Ganztag zu Hause zu Ende erledigt werden müssen.
  • Die nötigen Erholungsphasen für die Kinder nach dem Unterricht sind oft zu kurz.
  • „Fremd“- Betreuer müssen sich bei Fragen manchmal zeitaufwendig in die Aufgaben hineindenken.

Die Umsetzung:

  • Hausaufgaben werden zu Lernzeiten.
  • Jede teilnehmende Klasse erhält zu ihrem Stundenkontingent eine (Jg.1+2) bzw. zwei (Jg.3+4) zusätzliche Wochenstunde(n) für die Lernzeit.
  • Die Lernzeiten finden immer im Vormittagsbereich statt.
  • Die Lernzeiten werden i.d.R. von der Klassenlehrerin und einer pädagogischen Fachkraft der OGS betreut.
  • Die Lernzeiten finden im Klassenraum statt.
  • Die Lernzeiten unterliegen den Grundsätzen des Hausaufgabenerlasses.

Grundsätze der Lernzeit:

  • Die Aufgaben sollen dazu beitragen, dass Schülerinnen und Schüler befähigt werden, Lernvorgänge selbst zu organisieren sowie Arbeitstechniken und Arbeitsmittel selbst zu wählen und einzusetzen.
  • Die Aufgaben müssen im Schwierigkeitsgrad und im Umfang so gestellt sein, dass sie möglichst selbständig, d.h. ohne fremde Hilfe, in angemessener Zeit gelöst werden können.
  • Die Schülerinnen und Schüler müssen mit den Arbeitstechniken und Arbeitsmaterial vertraut gemacht werden.
  • Die Aufgaben sollen nach Leistungsfähigkeit, Belastbarkeit und Interesse der Schülerinnen und Schüler differenziert gestellt werden.

 

Ziele und Methoden der Lernzeit

Welche Ziele hat die Lernzeit?

Wie lernen die Kinder in der Lernzeit?

 

Klasse

Ziele

Methode

1/2

Die Kinder lernen, die Reihenfolge der Aufgaben auszuwählen.

Die Schülerinnen und Schüler können Aufgaben in kleinem Umfang selbständig lösen.

Die Reihenfolge der zu bearbeitenden Aufgaben wird freigestellt.

Das selbständige Arbeiten wird schrittweise gesteigert.

Die Aufgaben werden durch differenzierte "Wochenpläne" gestellt.

 

3/4

Das selbständige Arbeiten wird zunehmend selbstverständlich.

Die Kinder können die Aufgaben zunehmend sinnvoll einteilen und geeignete Hilfsmittel verwenden.

 

Die Aufgaben werden durch differenzierte "Wochenpläne" gestellt.

Es werden vermehrt den Kindern Projektaufgaben übertragen, die in kooperativen Lernformen bearbeitet werden sollen.

 

 

LernzeitPlus

Über die Lernzeit hinaus können z.B. folgende Aufgaben gestellt werden, die zu Hause erledigt  werden müssen:

  • regelmäßige Leseübungen
  • Kopfrechnen
  • Texte auswendig lernen (Gedichte, Lieder usw.)
  • Materialien mitbringen
  • Forscheraufgaben
  • Rechercheaufgaben
  • 1x1 Übungen

Eine Kontrolle, inwieweit die Aufgaben erledigt wurden, ergibt sich z.B. aus Vorträgen der Kinder oder kleinen schriftlichen Überprüfungen (Tests).

Einblick und Kontrolle für die Eltern:

Die Eltern erhalten über ihre Kinder zum Wochenbeginn (montags oder dienstags) die Informationen bzgl. der Lernzeit-Aufgaben für den jeweiligen Zeitraum. Dort sind alle wichtigen Informationen, auch die LernzeitPlus- Aufgaben zu finden. Die Eltern sind angehalten, die Erledigung der LernzeitPlus-Aufgaben zu kontrollieren und den Plan zur Kenntnis zu nehmen (Unterschrift). 

 

Die Lernzeit-Pläne

Zeitlicher Ablauf:

  • Austeilen des Lernzeit-Plans: Dienstag
  • Einsammeln der Lernzeit-Schnellhefter: Donnerstag oder Freitag nach der letzten Lernzeit-Stunde
  • Rückmeldung an die Eltern: i.d.R. freitags

Symbole/Abkürzungen:

  • 3 Niveaustufen (je mehr Zacken, desto höher die Stufe)

Lernzeit-Rückmeldungen

Arbeitsverhalten:

  • lachender Smiley / Daumen hoch >> Ihr Kind hat zügig gearbeitet
  • mittlerer Smiley / Daumen waagerecht >> Ihr Kind musste gelegentlich zur Arbeit aufgefordert werden
  • trauriger Smiley / Daumen runter >> Ihr Kind hat die Arbeit verweigert, ist oft abgelenkt

Selbstständigkeit:

  • A >> Ihr Kind hat selbstständig gearbeitet
  • B >> Ihr Kind hat häufiger Hilfe/Unterstützung benötigt
  • C >> Ihr Kind hat überwiegend/ständig Hilfe benötigt

Wichtig: werten Sie bitte die Rückmeldungen B und C nicht negativ, sondern positiv. Ihr Kind kann Hilfe annehmen. Die Aufgaben sollten ggf. noch einmal zu Hause besprochen bzw. geübt werden.