Mein Körper gehört mir

„Mein Körper, der gehört mir allein, ...“

- so klingt es regelmäßig aus den dritten Klassen.

Dann ist die Theaterpädagogische Werkstatt Osnabrück mit dem Programm „Mein Körper gehört mir“ zu Gast in unserer Schule. Ohne viele Hilfsmittel verwandeln zwei Theaterpädagogen einen Klassenraum in ein kleines Theater und beziehen dabei die Schülerinnen und Schüler des dritten Schuljahres mit ein.

In einer klaren und kindgerechten Sprache werden kurze Szenen gespielt, in denen die Akteure körperliche Grenzen des anderen überschreiten. Anfangs steht eine bewusste Wahrnehmung des eigenen Ja- und Nein-Gefühls im Vordergrund.

Dann gilt es zu erkennen, dass

  • der eigene Körper persönliches Eigentum ist,
  • Ja- und Nein-Gefühle schützen und sie gezeigt und ausgesprochen werden dürfen,
  • man nie alleine ist, sondern immer Menschen findet, die einem helfen und
  • bei sexueller Gewalt der Schuldige immer der Täter und niemals das 
Opfer ist.

Mitdenken, Mitreden und Mitfühlen wird in diesem Präventionsprogramm 
GROß geschrieben.

Die große Nein-Tonne

Wundern Sie sich nicht, liebe Eltern, wenn Ihre Kinder Mitte des 2.Schuljahres häufiger „Nein“ sagen…….

In Kooperation mit der Theaterpädagogischen Werkstatt Osnabrück nehmen alle Kinder der 2.Schuljahre der GGS Grefrath an dem Projekt teil.  Mit Spaß und Freude erforschen die Kinder spielerisch ihr individuelles „Nein-Gefühl“ und lernen dabei den Unterschied zwischen sinnvollen Regeln, die für alle nützlich sind, und willkürlichen Vorschriften, die kein Kind hinnehmen muss.

Die Kinder erkennen:  Zähneputzen ist einfach wichtig. Aber wenn Erwachsene bestimmen wollen, dass die Suppe nicht zu heiß ist, um sie zu essen, überschreiten sie ihre Grenzen.

Ich bin Ich und Du bist Du

Das Verhaltenstraining „Ich bin Ich und Du bist Du“ wurde von den Psychologen Franz Petermann, Heike Natzke, Nicole Gerken und dem psychologischen Psychotherapeuten Hans-Jörg Walter speziell für Schülerinnen und Schüler der 1. und 2. Klassen entwickelt.

Das Verhaltenstraining dient dazu, frühzeitig oppositionellem und aggressivem Verhalten vorzubeugen, da viele Schulanfänger mit Hausaufgaben, Bewertungen von Leistungen und Vorgaben zum Arbeitstempo überfordert sind.

Gefördert werden speziell diese Bereiche:

  • die sozial-kognitiven Kompetenzen
  • die emotionalen Kompetenzen und
  • die sozialen Kompetenzen.

Die Kinder werden in einem Rahmen von 26 Schulstunden (je eine Schulstunde pro Woche) in eine spannende Geschichte der Schatzsuche eingebunden, um die Motivation für das Training aufzubauen und aufrechtzuerhalten. Während des Trainings lösen die Schüler Aufgaben, um den Schatz, den die Kinder am Ende des Trainings finden, näherzukommen. Als didaktisches Element wird zudem die Handpuppe „Ferdi“, das Chamäleon, eingebunden. Ferdi stellt eine Identifikationsfigur mit einem Vorbildcharakter da. Chamäleons sind anpassungsfähig, aufmerksam, leise und ausgeglichen.

Durch die Handpuppe wird die Aufmerksamkeit auf die besprochenen Themen gelenkt und es bieten sich Möglichkeiten zum Unterrichtsgespräch.

Im Rahmen von maximal 26 Sitzungen lernen die Kinder Gefühle zu erkennen und zu benennen, die soziale Wahrnehmung, das Einfühlungsvermögen und das Hilfeverhalten systematisch zu vertiefen.

Der Aufbau einer Trainingsstunde ist wie folgt:

  • Durchführung eines Ruherituals (Entspannungsübungen)
  • Einleitung der Übungseinheit durch Ferdi
  • Durchführung der Übungseinheit
  • Kurzreflexion der Arbeitsergebnisse und Punktevergabe durch Ferdi

Ein weiterführendes Ziel ist auch, dass die Kinder die erlernten Fähigkeiten beim Lösen von Alltagsproblemen anwenden.

Zirkusluft schnuppern - aber richtig!

AUSVERKAUFT!  Im Zuschauer-raum des Zirkuszeltes sitzen über 300 Gäste. Das Licht gedimmt, Popcornduft in der Luft, ein großer Scheinwerfer auf den Vorgang gerichtet, hinter dem die Kinder der Grundschule ihrem Auftritt entgegen fiebern. 

Mit nur einer Woche Vorbereitung gelingt es den Kindern, unterstützt durch Lehrkräfte, helfende Eltern und einem Team von Zirkus-pädagogen, eine spannende, kurzweilige, fröhliche 90-minütige Aufführung auf die Beine zu stellen, die Publikum und Akteure gleichermaßen begeistert.

Zu sehen sind Artisten mit Leitern, auf Bällen, an Schaukeln, auf dem Seil, Jongleure mit Diabolos, Tänzer mit in der Dunkelheit leuchtenden Bänden, Zauberer, Kinder die auf Nagelbrettern sitzen und auf Glas stehen, Feuerschlucker und natürlich - Wie kann es anders sein? - Clowns.

Über sich hinauswachsen, Körperbeherrschung erleben, neue Facetten der eigenen Persönlichkeit entdecken, Gemeinschaftsgefühl durch Verantwortung erfahren, den Applaus und das Lächeln des Publikums als Wertschätzung der erbrachten Leistung genießen, all das erfahren die Kinder im Rahmen dieses Projektes.

Das Selbstbewusstsein jedes einzelnen wird gefördert, das Selbstvertrauen in hohem Maße gestärkt. Dabei wird jedem Teilnehmer rasch bewusst, dass das Ziel ZIRKUS nur durch erfolgreiche Kooperation erreicht werden kann. So wächst fast ganz selbstverständlich der Zusammenhalt der Gemeinschaft.

Dank der Unterstützung der Fördervereine und aller an Schule Beteiligten konnte das Projekt ZIRKUS in den letzten Jahren an beiden Standorten bereits mehrfach realisiert werden, sodass unsere Schülerinnen und Schülern einmal im Laufe ihrer vierjährigen Grundschulzeit davon profitieren konnten.

Im Juni 2017 waren Kinder und Erwachsene des Standortes Grefrath wieder einmal im Zirkusfieber.

Vier Vorstellungen wurden vorbereitet und durchgeführt  - mit vielen Überraschungen und enorm viel Spaß, wie hier zu sehen ist!